3 D-Ganganalyse

Die 3D Ganganalyse wird vom Nationalen AKU-Zentrum in Liverpool (GB) zur quantitativen und qualitativen Analyse der abweichenden Gehbewegung bei AKU empfohlen. Das schwarze ochronotische Pigment und die daraus folgenden Knorpelschäden führen zu Fehlstellungen und Fehlbelastungen der Wirbelsäule und Großgelenke mit einer abrupten Abweichung zur normalen Gehbewegung in der 4. Dekade (1). Anhand dieses diagnostischen Messverfahren können anschließend gezielt therapeutische Empfehlungen wie Physiotherapie, Orthesen und chirurgische Eingriffe zur Prävention, Linderung und Überwachung von der AKU-assoziierten Arthrose weitergegeben werden, mit dem Ziel die Lebensqualität bei AKU-Patienten zu erhalten bzw. zu verbessern. 

 

Diese Empfehlungen beruhen auf Untersuchungen von Dr. Gabor Barton (Liverpool John Moores Universität), der sowohl am 7. Internationalen AKU-Workshop (Liverpool, 2013) als auch am 8. Internationalen AKU-Workshop in Stockholm 2014 Vorträge über die Effizienz der 3D-Ganganalyse and daraus folgenden Empfehlungen zur Prävention, Überwachung und Therapieansätzen von anatomischen Asymmetrien, Fehl- und Schonhaltungen sowie Überbelastung der Gelenke bei AKU-Patienten hielt. Demzufolge haben Patienten mit fortschreitender AKU Abweichungen der normalen Gehbewegung, die einerseits betroffene Gelenke schonen, anderseits aber zur Überbelastung und Abnutzung anderer Gelenken führen können. Einfache Orthesen können gerade bei Überbelastung der bei AKU häufig in Mitleidenschaft gezogenen Achillessehne und/oder des Sprunggelenkes hierzu Abhilfe leisten. Untersuchungen zur 3D-Wirbelsäulevermessung wurden bereits durchgeführt, jedoch noch nicht ausgewertet. Abnutzung der Wirbelsäule (Spondyloarthropathie) erfolgt in AKU vor der Polyarthrose und ist mit Wirbelsäulenverkrümmung und Steifigkeit verbunden. Die Großgelenke müssen daher oft bei Bewegungen die Stauchung auffangen, was wiederum eine biomechanische Abnutzung zur Folge hat.


Die ersten alters-abhängigen Ergebnisse der 3D-Ganganalyse bei AKU wurden von Dr. G. Barton unter dem Titel "Age-Related Deviation of Gait from Normality in Alkaptonuria" publiziert (1).


Des Weiteren gibt es ein anerkanntes Messverfahren innerhalb der Ganganalyse, in der anhand der Schrittzahl in einem definiertem Zeitabschnitt, Rückschlüsse auf die durch die Erkrankung verursachten Beeinträchtigungen im Alltag gezogen werden können. Dieses quantitative Ergebnis kann sicherlich bei sozialrechtliche Fragen wie Anträge auf Behinderung, Berufsunfähigkeit und Hilfsmitteln von Nutzen sein.


  1. Barton, G.J., King, S.L., Robinson, M.A., Hawken, M.B., and Ranganath, L.R. (2015) Age-Related Deviation of Gait from Normality in AlkaptonuriaJIMD Rep.24, 39-44. pubmed



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